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Die heilige Stadt Pushkar

Mit dem zweiten Anlauf hat es schließlich geklappt und wir sind in der heiligen Stadt Pushkar angekommen. Diesmal haben wir den Bus genommen, der in Jaipur losfuhr und uns direkt ans Ziel nach Pushkar brachte. Die Busfahrt verlief reibungslos. Draußen gab es wüstenähnliche Landschaft zu bestaunen, drinnen tönte Bollywood-Beat, dazu flatterten die Gardinen im Fahrtwind und das erste Mal seit Ankunft in Indien breitete sich ein Gefühl der Entspannung aus.

Pushkar.

Da das Hotel unserer Wahl auf unsere E-Mail-Reservierung nicht reagierte, kam es uns aber sehr gelegen, dass gerade aus diesem Hotel – wie zahlreiche andere auch – ein junger Mann am Busbahnhof wartete und erwartungsvoll mit der Visitenkarte des Hotels wedelte.

Marina nahm eine Fahrradrikscha und ließ sich und unser Gepäck zum Hotel fahren, da für mich dort kein Platz mehr war, durfte ich mit dem jungen Mann, der sich als Sohn des Hotelbesitzers herausstellte, auf seinem Motorrad mitfahren.

Das Hotel war liebevoll gestaltet. Jedes Zimmer mit individuellem Anstrich und eine Dachterrasse mit wunderschönen Malereien.

Dachterrasse vom Hotel.

 

 

 

 

 

 

Unser Zimmer lag gegenüber einer alten Ruine, die offensichtlich von einer Affenfamilie in Beschlag genommen wurde. Aus diesen Grund wurden wir auch darum gebeten, bei Verlassen des Zimmers immer das Gitter vor dem Fenster zu schließen, damit sich kein Affe ins Zimmer verirrt.

Affenfamilie in der Ruine.

Nach einer kleinen Stärkung auf der Dachterrasse mit wundervollem Blick auf die Stadt und in die Berge, machten wir einen Spaziergang durch die Stadt. Hier gibt es den üblichen Touristen-Schnickschnack zu kaufen, wie weite bunte Hosen, die jeder, wirklich jeder Tourist auch dort getragen hat, Ledersandalen, bunte Schals, Gemälde und Buchläden.
Angenehm überrascht waren wir über die Saftbar, in der man superleckere frischgepresste Säfte trinken kann und die auch ein Müsli zubereiten, bei dessem Anblick einem schon das Wasser im Munde zusammenläuft.

Die Basarstraße in Pushkar.

Auch war es überhaupt nicht anstrengend auf der Straße, man wurde weder angestarrt, noch musste man jemanden abwimmeln. Statt dessen wurden wir von allen Seiten freundlich begrüßt. Nach einem leckeren Abendessen in einem der zahlreichen Straßencafés, vielem Händeschütteln und kurzen Plaudereien, hatten wir den Eindruck, dass diese Freundlichkeit schon irgendwie sektenähnlich anmutete.

In der heiligen Stadt Pushkar dürfen weder Fisch, noch Fleisch oder Eier gegessen werden. Außerdem gibt es keinen Alkohol (außer heimlich in der Teekanne serviert). Pushkar ist ein Ort, in dem sich viele Rucksack- und Langzeit-Touristen aufhalten. Wer hier als Tourist nicht auffallen will, sollte sich als Mann unbedingt den Vollbart bis mindestens zur Brust wachsen lassen und Dreadlocks tragen. Frau trägt Silberschmuck mit Glöckchen dran und die oben erwähnte Hose. Alle Männer, egal ob Inder oder Tourist, brausen auf ihren Motorrädern die Straße rauf und runter (die Inder tragen dabei oft noch spiegelnde Sonnenbrillen).
Jedes Jahr an Vollmond im November findet der weltgrößte Kamelmarkt statt. Leider waren wir dafür drei Wochen zu früh dort.

Aussicht von oben.

Zum Aufenthalt in Pushkar gehört auch der Aufstieg vor Sonnenaufgang zum auf einem Berg befindlichen Tempel, den man über 1000 Stufen erreicht. Oben angelangt, geht die Sonne hinter einem Berg auf und man hat einen tollen Ausblick über Pushkar und die nicht weit entfernte Wüste.

Marina vor dem heiligen See in Pushkar.

In der Stadt Pushkar.

Der heilige See in Pushkar.